Narrenzunft Haslach e.V.

 

www.narrenzunft-haslach.de

Haslach ist Gründungsmitglied der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (1924).
Bei einer Bestandsaufnahme der Mitgliedszünfte Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts
wurde Haslach sogar in die Reihe der Historischen Zünfte eingeordnet.

Die Beurteilung lautete: „Die Narrenzunft Haslach wurde im Jahre 1860 gegründet. Eine eigentliche Fasnachtsgestalt
hat Haslach nicht. Wenn die Haslacher trotzdem als historische Fasnachtsträger gelten, so deshalb, weil urkundlich
nachgewiesen werden kann, dass in früheren Jahrhunderten in Haslach zünftig Fasnacht gefeiert wurde. Fasnachtsbrauch
soll früher das Laufen des Spättlehansel gewesen sein. Die neue Fasnachtsgestalt, der Ranzengardist, hat mit der Historie
der Fasnacht nichts zu tun. Es erfolgt die Einreihung in die Zünfte auf historischer Grundlage".

Dass traditionelle Fasnachtsgestalten zu diesem Zeitpunkt fehlten, hat demnach die Zuordnung Haslachs in die Reihe der
historischen Zünfte nicht beeinflussen können. Vielmehr war offensichtlich die Tatsache dafür ausschlaggebend,
dass Haslach schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch die Aufführung historischer Fasnachtsspiele aufgefallen war.
So wird schon für 1838 die Aufführung des Stücks Die Reise des Grafen Magga erwähnt.

Tatsächlich gegründet wurde die Zunft Narhalla Haslach im Jahre 1860 unter dem Kanonenwirt Rudolf Thoma, von Beruf Bierbrauer
und Kunstmaler. Aus diesem Jahr ist heute noch das Grundpfand- und Narrenbuch der Narrhalla Haslach vorhanden.
1876 führten die Narren das Fasnachtsstück Die Weibertreue von Weinsberg auf, aus welchem schließlich die Ranzengarde
hervorging. Das Stück wurde 2001 aus Anlass des 125-jährigen Bestehens der „Fässlemänner“, wie die Ranzengardisten
auch gerne genannt werden, wieder aufgeführt. Seit dem Jahr 1876 muss die Ranzengarde die Narrenfigur der Haslacher gewesen sein,
denn „Hänsele, die durch alle Gassen sprangen", wie sie Heinrich Hansjakob (1837-1916) in seinem Buch
„Aus meiner Jugendzeit“ schilderte, waren zu dieser Zeit verschwunden.

Zur Ranzengarde gesellen sich mittlerweile Haselnarro (seit 1965) und Schellenhansel
(seit 1995) sowie die Närrische Miliz (Wiedergründung 1976) und die Narrenbolezei.

Zu den Fasnachtsbräuchen zählte zu Hansjakobs Jugendzeit sowohl das "Schnurren" als auch das "Kleppern".
Das Kleppern ist heutzutage Sache der Kinder und Jugendlichen der Klepperlegarde. Das heute noch übliche Abhalten
von Elfimessen am Fasent-Montag und Fasent-Dienstag wurde schon um 1870 per Plakat angezeigt. Mit diesen Bräuchen und
der Ranzengarde sowie den Einzelfiguren Storch und Gullerreiter, Elefant und Riesenköpfiges Ehepaar gingen die Haslacher Narren
mit dem Zunftmeister Franz Engler 1924 im November in Villingen in die Gründungsversammlung der Vereinigung. Und einmal sogar
waren sie es, die auf einer Hauptversammlung ein gemeinsames Vorgehen gegen das herrschende Regime und deren Schikanen
gegen die Narrenzünfte forderten. Anlass war die Beschlagnahme der Narrenkasse 1935. Dies hatte eine Welle der Empörung ausgelöst,
worauf sie am Schmutzige Dunschdig wieder zurückgegeben wurde.

 

 

 
 
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