Pflumeschlucker Bonndorf e.V.


www.pflumeschlucker-bonndorf.de

Historie:

Die Pflumeschlucker Bonndorf wurden 1889 gegründet, die erste schriftl. Erwähnung war im Jahr 1765. Im Jahr 1929 wurde der Verein Mitglied in der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) und gehört zur schönen Landschaft Baar. Im Jahr 1979 wurde die Zunft ein eingetragener Verein. Seit 2013 ist Clemens Podeswa der Narrenvater und gleichzeitig erster Vorstand der Zunft. Der Verein hat mittlerweile ca. 500 Mitglieder.

Der wichtigste Tag der Pflumeschluckerfasnet ist wohl der Schmutzige Dunschdig. Wenn ca. 300 Pflumeschlucker zum Klang des Narrenmarschs, gefolgt vom Narrenrat auf dem Stammen, durch die Bonndorfer Straßen gumpen, schlägt das Herz eines jeden Bonndorfers höher! Endlich ist es so weit: Der Bürgermeister der Stadt übergibt dem Narrenvater die Schlüssel der Stadt und der Narrenrat übernimmt für sechs Tage die Herrschaft! Der Narrenruf Narri-Narro ist von nun an überall zu hören.

Auch wenn der Pflumeschlucker aus dem Hochschwarzwald kommt, gehört er trotzdem zu den für die Landschaft Baar typischen Weißnarren. Das Häs, das ca. 1924 entstanden ist, ist genäht aus Leinenstoff und ist bemalt mit einem Schwarzwälder Brautpaar, dem Bonndorfer Wappen, sowie Bonndorfer Sagengestalten: der Stallacker Katz, dem Käppiligeist und dem Schlossnarr. Der Pflumeschlucker trägt ein Gschell aus 22 gegossenen Bronzeglocken mit einem Gesamtgewicht von insgesamt ca. 10 kg. In seiner Hand hält der Pflumeschlucker einen aufgespannten, blauen Schirm. Der Pflumeschlucker trägt eine Charaktermaske, die aus Lindenholz geschnitzt ist und ein fröhliches, verschmitztes Bauerngesicht zeigt. Zwischen den Zähnen steckt natürlich die Pflaume!

Als vor vielen Jahren die ersten Pflaumen vom Kaiserstuhl nach Bonndorf kamen, wussten die Bonndorfer nicht, wie man diese essen muss. In ihrer Dummheit schluckten sie die Pflaumen samt dem Stein. Bauchweh und andere Beschwerden waren die Folge. Seither wurden die Bonndorfer „Pflumeschlucker“ genannt. Vorläufer der jetzigen Pflumeschluckerfigur war der „Fotzli Hansili“. Ende der sechziger Jahre wurde die Glattlarve und das Flickenhäs bei einem Brand aus den Flammen gerettet. Das Exemplar wurde datiert auf ca. 1765. Das Häs bestand aus Flicken und Fetzen aus Naturstoffen. Das einzige, was sich ärmere Leute damals leisten konnten. Form und Farbe der Stofffetzen des Fotzli Hansili wurden wohl abgestimmt auf Form und Farbe eines Tannenzapfens und zeigen so die Verbundenheit mit der Schwarzwälder Heimat. Der Fotzli Hansili hält eine Pritsche in der Hand. Ende der achtziger Jahre wurden zwei Fotzli Hansili von den Frauen der damaligen Narrenräte nachgearbeitet. Ein Exemplar befindet sich in einer Vitrine der Bonndorfer Schlossnarrenstuben. Das andere Exemplar wird im Zunfthüsli der Pflumeschlucker aufbewahrt und wird ausschließlich am Schmutzige Dunschdig in Bonndorf getragen.

Bei Fasnetumzügen geht der Narrenbolizei, eine Einzelfigur, der Narrenmusik der Stadtmusik Bonndorf voran. Danach folgt der ganze Stolz der Zunft, unser Narresome! Darauf kommen die Pflumeschlucker, schon weithin erkennbar an ihren blauen Schirmen, die nicht nur bei schlechtem Wetter aufgespannt werden. Der Narrenrat reitet auf einem Narrenbaum, dem Stammen. Der Narrenvater sitzt zwischen den beiden Zeremonienmeistern, die am Stab in der Hand erkennbar sind. Der Stammen ist ca. 25 m lang und wird von wunderschönen Schwarzwälder Kaltblütern gezogen. Die sogenannten Rosser haben das Gespann fest im Griff. Am Schluss des Stammens laufen die sogenannten Schwicker, die dafür sorgen, dass der Stammen sicher um alle Ecken gelenkt wird.

 

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