Narrenzunft Krabbenaze Bohlsbach e.V.


www.nz-krabbenaze.de

Name der Zunft:

Narrenzunft Krabbenaze Bohlsbach e.V.

Gründungsdatum:

1975

Verbandszugehörigkeit:

Ortenauer Narrenbund, Gründungsmitglied seit 1981

Mitglieder:

280 davon 65 aktiv

Häsfiguren:

Krabbenaze
In dem grünlichen, wohl menschlich, aber auch vogelartig wirkenden Gesicht, sticht die Nase hervor, die überlang an einen Schnabel erinnernd, am Ende gespalten ist und so, leicht drohend, den Namen „Krabbenaze“ Wirklichkeit werden läßt. Das Häs besteht aus einer Unzahl von blauen und schwarzen Franzen auf rotem Untergrund, die, wenn sie bewegt werden, an das Gefieder eines flatternden Raben erinnern.

Böcke
Die Maske dunkelbraun mit großen Nasenlöchern und bis zum Kinn gedrehten Hörner, erinnern an eine Mischung zwischen Ziegenbock und Mensch. Das Häs besteht aus schwarzen Stoff mit einem Ziegenfell auf dem Rücken und einer roten Hose. Ein breiter Ledergürtel hält den Wanst zusammen.

Marketenderin
Das Kleid einer Tracht ähnlich ist in den Zunftfarben –blau, schwarz und rot- gehalten. Auf dem Kopf wird eine Haube getragen und im Korb führt sie Leckereien für jung und alt mit.

Fanfarenzug
Das Kostüm zeigt eine Landsknecht-Uniform. Gleich allen anderen Figuren ziert ein kupfernes Brustschild mit dem Vereinssymbol die Brust. Ein breiter Ledergürtel hält das Wamst und eine große, weiße Pfauenfeder an der Kopfbedeckung schließt das Bild ab.

Seiler
Die Einzelfigur des Seilers, bei der man mit beißendem und rohen Spott zu sagen pflegte, dass der Verurteilte bald mit des Seilers Tochter, also dem Seil Hochzeit machen dürfe sticht in der Zunft hervor. Entsprechend trägt der Seiler seit Vereinsgründung eine mehr menschliche Maske mit kurzer, ebenfalls gespaltener Nase, dazu einen langen Bart aus Seilhanf, dem ihm so eigenen Material. Sein Häs ist ähnlich dem der Krabbenaze, jedoch aus rot-schwarzen Fransen.

Abbisser
Nach einigen Jahren kam die Einzelfigur des sagenumwobenen Abbissers dazu. Die Maske zeigt ein Insekt, das bei der ländlichen Bevölkerung oft für Angst und Schrecken sorgte. Denn allzu oft war die Ernte abgebissen. Das Häs besteht aus schuppenartigen Lederflecken, an deren Rücken hanfartige Borsten wachsen.

Bisherige Vereinsjubiläen:

Februar 1987 : Großes Narrentreffen 11-Jahre Narrenzunft Krabbenaze

Februar 1997 : Großes Narrenftreffen 22-Jahre Narrenzunft Krabbenaze

Februar 2009 : Großes Narrenftreffen 33-Jahre Narrenzunft Krabbenaze

Narrenruf:

"Rumple bumple Holderstock, krummi Hörner het de Bock, un ä schiefi Fratze, het dä Krabbenaze"

Geschichte (Ursprung):

Krabbenaze, in diesem Wort steckt klar erkennbar das alemannische „Krabbe“, was wiederum auf hochdeutsch der Rabe bedeutet. Der Rabe bzw. die Rabenkrähe, jener wohlbekannte Vogel, spielt bereits seit uralten Zeiten in den Märchen und Mythen eine gewichtige Rolle. Neben seinem Auftreten als Seelenvogel wird er zuweilen auch als Verkörperung des Teufels angesehen, daneben kann der Rabe jedoch auch kluger und beratender Begleiter des Menschen sein, ja, er bedient sich nicht selten gar der menschlichen Sprache.
Krabbenaze, das ist jene geheimnisvolle Gruselgestalt, die schon halb vergessen, von den Bohlsbacher Narren zum Leben wieder erweckt wurde. So gab auch der Name „Krabbenaze“ ausreichend Anlaß zu Spekulationen und ängstlichem Schauer, aber auch zu Spott und Schabernack. Was lag näher, als sich des alten Reims zu bemächtigen, jenes –„Rumple, bumple Holderstock, krummi Hörner het de Bock, un ä schiefi Fratze hät de Krabbenaze“; sollen sich doch in alter Zeit gerade im Gewann „Holderstock“ auf Bohlsbacher Gemarkung besonders viele Krabben aufgehalten haben. So war es nur natürlich, den Krabbenaze als nächtliche Ausgeburt dieser geheimnisumwitterten, scheuen Vögel zu erklären. Mit einer grünlichen Maske, der langen schnabelartigen Nase, den runden Vogelaugen, erinnert er an ein Wesen, halb Mensch – halb Tier. Verstärkt wird der Eindruck durch sein blau-schwarzes Franzenhäs-Gefieder auf rotem Grund. In der Hand hält er die Klepper, eine Mischung aus Narrenmarotte und Fruchtbarkeits-symbol, wie es den Narren seit alters her ziert. Ihn begleitet der Seiler, die dunklen Mächte verkörpernd und daneben, in seinem grellroten Häs, ganz in der alten Narrentradition stehend. Ihm zur Seite stehen stets einige Bocksmasken, als Helfer bei seinem steten Bemühen zu schnurren und zu strielen. Vornehmlich sind es die „Prominenten“, die er mit seinem langen Seil einfängt und die sodann am sog. „Schindbock“ dem Narrenvolk zur Schau gestellt werden. Hier zeigt sich einmal mehr der Narrenbrauch, die Verhältnisse auf den Kopf zu stellen, die „Obrigkeit“ durchzuhecheln, den so gefangenen gleichsam zu „hängen und zu fleddern“, d.h. mit ihm auf närrische Weise ins Gericht zu gehen. Dass dabei auch die Federn fliegen hat einerseits mit der Figur des „Krabb“ zu tun, andererseits erinnert es an das bekannte Bild von Frau Holle, wo die Federn fliegen. Man kann es also getrost als einen Brauch des
Winter-Austreibens bezeichnen. Wenn der „närrische Delinquent“ sodann die „Fleddersäckchen“ unter die Kinder wirft, ist dies ein Tribut an die alten Heischebräuche der heimischen Fasent und nicht zuletzt muß er, bevor er sich befreien darf, die Krabben im wahrsten Sinne des Wortes zu „atzen“ versprechen - - mit einem guten Trunk oder entsprechender Fasentspeise.
Auf diese Weise mit der allemannischen Fasent bekanntgemacht, geleitet von den lieblichen Marketenderinnen und begleitet vom Schalle der Trommeln und Fanfaren, ertönt aus der großen Narrenschar ein kräftiges dreifaches „Narri, Narro!“

Vereinsgeschichte seit der Gründung:

An einem Fasentdienstag 1974 wurde die Idee des Krabbenazen (im Gasthaus „Winzerstub“ in Offenburg-Rammersweier) von den Brüdern Manfred und Gert Wieland und deren Frauen ins Leben gerufen. Nach vielseitigem Erkunden im Dorf und ersten Entwürfen stellte man -mittlerweile in einer kleinen Gruppe- die Figur dem damaligen Ortsvorsteher Klaus Ockenfuß vor. Kurz danach wurde die Narrenzunft Bohlsbach als Verein eingetragen. 1975 begann man den Rathauskeller, das ehemalige Volksbad, für Narrenfeste herzurichten und trat am 11.11. im Bohlsbach beim Kleintierzuchtverein auf. 1977 wurde Bürgermeister Ockenfuß „FLATTERKLAUS“ als 1. Opfer gehängt und gefleddert. In diesem Jahr wurde auch zum 1. Mal ein Rüben- und Kürbisgeister-Umzug mit Prämierung im Ort durchgeführt. Die Teilnahme am 1. Offenburger Narrentag 1978 mit „HÄNGEN UND FLEDDERN eines Prominenten am Schindbock“ war gleich ein großer Erfolg. (Außerdem wurde das 1. Vatertagsfest am Brünnele beim Plättleweg an der Waldhütte veranstaltet.) 1979 war der 1. Auslandsaufenthalt in Küßnacht in der Schweiz.
Der „Neue Zunftkeller“ wurde 1980 eingeweiht. Die Teilnahme an der Herrenfasnacht 1983 in Offenburg, mit Aufbau einer Historischen Schmiede war ein erneuter Höhepunkt. Prinz Luitpold von Bayern wurde gehängt und gefleddert und lud die Zunft zur Teilnahme bei seinen „Kaltenberger Ritterspielen“ ein. Im Herbst fand dann der „1. Bohlsbacher Herrentrunk“ statt, welcher alljährlich mit dem Ritterschlag eines Prominenten und der Verleihung des „Silbernen Amboß“ durchgeführt wird.
1986 wurde Regierungspräsident Norbert Nothelfer im Basler Hof in Freiburg „gehängt und gefleddert“.
Im Jahr 1986 wurde mit dem Bau des Narrenbrunnens, sowie mit der Gestaltung der Zunftfiguren aus Bronzeguss begonnen.
Zum 11-jährigen Jubiläum wurde im Jahr 1987 der Narrenbrunnen eingeweiht. Mit der Zunftkeller-Erweiterung wurde 1990 begonnen. Die Erweiterung der Zunfträume mit Bühnenbau und Ritterkeller wurde im Jahre 1991 fertiggestellt und eingeweiht. Zu dieser Zeit hat die Zunft zum 11. mal an den Ritterspielen in Kaltenberg teilgenommen. Im Jahr 1992 kam S.kgl. Hoheit Prinz Luitpold zum Herrentrunk nach Bohlsbach. Er bestätigte durch seine Anwesenheit das trad. königliche Zeremoniell.
Im Jahr 1997 war die Teilnahme am Freiheitsfest 150 Jahre „Badische Revolution“ mit der Errichtung einer Barrikade- in Offenburg, ein weiterer Meilenstein in der Zunftgeschichte. Der Besuch durch CDU Generalsekretär a.D. „Dr. Heiner Geißler“ beim Herrentrunk „99“, der sein Versprechen anlässlich des „Hängen und Fledderns“ bei der Südwestfunkfasnacht einlöste, ist in bleibender Erinnerung.
Fasent 2000 - Anlässlich einer ZDF-Sendung in Koblenz war „Hängen u. Fleddern“ des Rheinland-Pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck angesagt. Seiler, Böcke und Krabbenaze brachten das politische Schwergewicht in Triumphzug zum Schindbock und bald erhob er sich in die Lüfte.

 

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