Narrenzunft Gengenbach 1499 e.V.

 

www.narrenzunft-gengenbach.de

Die erste belegbare Erwähnung der Gengenbacher Fasent stammt aus dem Jahre 1499.
Gengenbacher Bürger wollten Fastnacht feiern, befreiten Gleichgesinnte  aus dem Niggelturm, damals städtisches Gefängnis,
entwendeten einen Feuerhaken, schmückten ihn und zogen vor das Rathaus. Als Zeichen der Fastnacht wurde der Feuerhaken
aufgestellt, was natürlich verboten war. Verfolgt vom städtischen Unzuchtmeister blieb den Narren nur die Flucht ins Benediktinerkloster.
Nach zähen Verhandlungen mit der Stadt erreichte man Straffreiheit für die „ Narren“. Das Schalkwecken am Hemdeglunker und
das Hexenbesen und Feuerhakenstellen am Mittwoch vor dem Schmutzigen erinnern an diese Begebenheit, die „ Stroßefasent“ ist erlaubt.

1896 findet die Neugründung der Zunft mit dem Namen „Humor“ statt. In der Folgezeit entsteht das erste Klepperleslied, Freud und
Leid werden geschnitzt, die ersten Zunft und Fasentsbälle finden statt, Schnaderhüpferl ( Moritaten )werden vorgetragen. Nach den
Wirren des ersten Weltkrieges findet am 15. 01. 1925 die Neugründung der Karnevalsgesellschaft Humor statt, aus der die spätere
Narrenzunft entsteht. Am 02.01.1925 wird Diese mit dem damaligen Großen Rat 11. Mitglied der 1924 gegründeten Vereinigung
schwäbisch alemannischer Narrenzünfte. Im Jahre 1935 nehmen neben dem Narrenrat und 18 Klepperlesbuben auch die
ersten 4 Gengenbacher Hexen am Narrentreffen der Althistorischen Narrenzunft Offenburg statt. 1937 sind die ersten Spättlehansel
zu sehen, wie auch die Hexen ohne Holzmasken. 1938 ist ein entscheidendes Jahr: Bildhauer Hans Irion stellt die erste geschnitzte
Spättlehanselmaske vor, fertigt die ersten 6 Hexenmasken aus Holz, schnitzt die Zunftttafel und Musiklehrer Jung aus Freiburg komponiert
den Gengenbacher Narrenmarsch.

1946, nach dem 2. Weltkrieg, trifft sich der hohe Rat zu einer ersten Sitzung, ein Jahr danach wird die Narrenzunft von der
Besatzungsmacht anerkannt, Fasent ist wieder erlaubt. In den Folgejahren wächst die Zunft, vor allem die Hexen haben einen
regen Zulauf. Am 19.01 1957 findet eine Sitzung statt mit dem Beschluß:  Die Narrenzunft wird eingetragener Verein, viele
Ungereimtheiten werden nun geregelt. Die Zahl der aktiven und passiven Mitglieder steigt weiter, aktuell sind es etwa 1500.
Weitere wichtige Termine bis zum heutigen Tag: Narrentreffen 1982 mit Eröffnung des Niggelturmes als Narrenmuseum,
1999 Narrentreffen 500 Jahre Gengenbacher Fasent, 2018 Narrentreffen „ Eine Narrenstadt feiert“                

Bschreibung der einzelnen Figuren:

Schalk:  Unsere Hauptfigur, wird am Hemdeglunker am Niggelturm von den Narren geweckt.             

Hexe:  1935 entstanden, erste Holzmasken von 1938.  Heute ca 190 aktive Hexen.

Spättlehansel: 1937 entstanden, erste Holzmaske von 1938.  Heute ca 160 aktive Spättle

Klepperlesmaidli/Buben: erste Erwähnung der Klepperergarde Februar 1868 Ca 130 Aktive

Bott, Freud und Leid sind weitere Einzelfiguren, die zu bestimmten Anlässen auftreten

Narrenrat:   Vorstand derNarrenzunft, 12 Räte, angelehnt an den ehemaligen
                 „Zwölfer“ der freien Reichstadt. Seine Begleitung sind die „ Alt Gengenbacherinnen“

Hemdeglunker:  Wird nur am Abend des Schalkweckens getragen, ca 3000 Einzelfiguren.

Unser Narrenruf:    Hoorig, Hoorig, Hoorig isch de Bär, un wenn de Bär nit Hoorig wär, dann wär er au kai Bär.

Schelle, schelle sechse, alli alde Hexe, Narro.

Oh du alter Lumbehund, hesch nit g`wisst wenn d`Fasent kunnt.

Hättsch di Mul mit Wasser g`riebe, wär dir `Geld im Beutel bliebe,  Narro

 

Verfasst von Michel Bahr

 

 
 
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