Poppele-Zunft Singen 1860 e.V.


www.poppele-zunft.de

Name der Zunft:

Poppele Zunft Singen 1860 e.V.

Gründungsdatum:

1860

Verbandszugehörigkeit:

VSAN seit 1933

Mitglieder:

über 1000

Historie:

Die Anfänge der Poppele-Zunft gehen zurück ins Jahr 1860, als in einer Fasnetanzeige eine Narren-gesellschaft Singen an die Öffentlichkeit tritt, die sich 1885 dann Poppele-Verein nennt. Mit der Aufnahme in die Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte im Jahre 1933 nennt sich der Verein dann Narrenzunft Poppele 1860 e.V.

Die Poppele-Zunft ist heute ein Verein mit über 1000 Mitgliedern. Leitfigur der Zunft und Schirmherr der Singener Fasnet ist der Poppele, jene Gestalt, die an den historisch belegbaren Popolius Mayer von der Burg Hohenkrähen erinnert, der im 15. Jahrhundert ein Schalk und Tunichtgut gewesen sein muss, so dass er in der Sage weiterlebte. Dem Poppele gesellt sich das Eierwieb zu, dem der Poppele nach der Sage einen Streich spielte, als er die mit einem Korb voller Eier auf dem Weg zum Markt sich befindende Frau als Felsblock getarnt beim Ausruhen störte, so dass die Eier aus dem Korb den Berg hinunterrollten, ohne allerdings dabei kaputt zu gehen.

Der Narrenbolizei gehört wie die Narreneltern zu den ältesten Singener Fasnetsfiguren. Er trägt stets die Schelle mit sich, die an die Dorfschelle der vergangenen Jahrhunderte erinnert, als Nachrichten im Dorf durch Ausrufen verbreitet wurden. Die Narreneltern sind in Singen schon seit dem beginnenden 19. Jahrhundert nachweisbar. Die Narrenmutter wird – wie das Eierwieb - dabei stets von einem Mann dargestellt. Zu den Aufgaben der Narreneltern gehört natürlich, dass sie für den Narrensamen verantwortlich sind, der den Fortbestand der Fasnet garantiert.
Der Hoorige Bär ist im 19. Jahrhundert belegt, ist aber gegen Ende des Jahrhunderts vermutlich wegen der zunehmenden Verstädterung wieder aus der Öffentlichkeit verschwunden. Nach intensiven Studien wurde er 1949 wieder ins Leben gerufen. Das Häs besteht aus Erbsenstroh, das auf Bänder aufgenäht wird, die wiederum auf einen zweiteiligen Maleranzug genäht werden. Die Schemen wurden bis 1955 von Fritz Moser (Villingen) geschnitzt, seit dort von Hans Jehle (Sulz a.N.).

Der Hoorige Bär führt einen knorrigen Stock mit sich und kann mit diesem und der grimmig dreinblickenden Scheme sicherlich als eine Verkörperung des Winters gesehen werden. Jedes Jahr werden Häser für dreizehn männliche Hästräger angefertigt. Seit der Fasnet 2016 werden auch für Kinder Hoorige-Bären-Häser angefertigt.

Auch das Blätzlihansel ist im 19. Jahrhundert belegt und wurde zusammen mit dem Hoorigen Bär 1949 wiederbelebt. Das Häs besteht aus Hose mit Kittel mit in gleicher Form gestanzten Blätzle mit genau festgelegten und in einer bestimmten Reihenfolge angeordneten Farbtönen (gelb, rot, grün, blau, braun). Dazu gehören ein Schweif mit Fuchsschwanz und eine schwarze Stoffmaske mit rot eingefassten Rändern bzw. Öffnungen. Ungefähr dreihundert kleine Schellen und die „Suubloodere“ (eine aufgeblasene Schweinsblase) verleihen dem Blätzlihansel einen fröhlichen Charakter bzw. setzen es in die Lage, als Verkörperung des Frühlings die Hoorigen Bären beim Umzug vor sich herzutreiben.

Die weiblichen Mitglieder der Zunft sind die Rebwieber, die an jene Frauen erinnern, die früher in den Rebbergen am Hohentwiel bei der Weinlese tätig waren. Diese Gruppe trat erstmals 1936 in Erscheinung. Mit dem Schellenhansel, einem Häs für die weiblichen Zunftmitglieder, wurde zur Fasnet 2002 eine Figur wiederbelebt, die es vor dem Zweiten Weltkrieg in Singen gab, die nach dem Krieg aber vollständig verschwunden war. Die Zunftgesellen sind die Männer, die sich um das Fällen und das Aufstellen des Narrenbaums kümmern. Sie tragen blaue Kutten, die an Fuhrmannskittel erinnern, und eine rote Kappe.

Der Fellbär mit Treiber tritt erst seit 70 - 80 Jahren auf und ist wohl ein Überbleibsel eines Fasnetsspiels, und zwar wahrscheinlich des Jahrmarktes von 1894. Es gibt hier keinen Bezug zum St. Galler Bär, der 1899 ins Singener Stadtwappen aufgenommen wurde, weil Singen erstmals in einer St. Galler Urkunde erwähnt ist.

Organisiert wird die Fasnet vom ungefähr dreißigköpfigen Narrenrat, dem Zunftmeister, Zunft-kanzler und Säckelmeister vorstehen.

Seit 1955 hat die Poppele-Zunft ihren eigenen Fanfarenzug.

Die Poppele-Zunft verkündet jeweils an Martini das Fasnetsmotto für die kommende Fasnet, das die anderen Narrenvereine Singens übernehmen. Am Schmutzige Dunschdig stürmt die Zunft das Rathaus und setzt den Oberbürgermeister, den Gemeinderat und die Verwaltung ab; der Zunftmeister übernimmt bis Aschermittwoch die Regierungsgeschäfte. Der Narrenbaum symbolisiert als Stammbaum aller Narren diese sechstägige närrische Herrschaft.

Wichtige Ereignisse im Leben der Zunft in der jüngsten Vergangenheit waren die Ausrichtung des Großen Narrentreffens der VSAN im Jahre 2004 und des Narrentreffens zum 150-jährigen Jubiläum der Poppele-Zunft im Jahre 2010.

 

Zum Seitenanfang